Fallbeispiele

Dienstag, 02 Oktober 2018 20:19

Risse und Ausbrüche

Das Fallbeispiel zeigt einen Hinterhuf direkt nach der Eisenabnahme und nach ca. 8 Monaten huforthopädischer Bearbeitung. Die durch Hufnägel perforierten Hornwände waren nachhaltig geschwächt was sich an den großflächigen Ausbrüchen deutlich ablesen lässt. Durch eindringende Bakterien kam es zu einer Schädigung des Hufbeinträgers was die Ausbrüche zusätzlich begünstigte.

Donnerstag, 13 Juli 2017 12:34

Fortgeschrittene Asymmetrie

Die Ausgangssituation des hier gezeigten Fallbeispiels zeigt einen linken Hinterhuf der seine Symmetrie vollständig verloren hat. Die innere Hufwand (im Bild links) ist erkennbar zu schräg zum Boden ausgerichtet und hat somit deutlich an Tragfähigkeit eingebüßt. Eine solchermaßen geformte Wand übt durch ihre Hebelwirkung einen dauerhaften Zug auf die dahinterliegenden Strukturen aus. Eine Analogie zum Mensch wäre ein Fingernagel, der dauerhaft nach oben gebogen werden würde.

Das Pferd versucht dieser unangenehmem Situation zu entgehen, indem es sein Gewicht noch deutlicher auf die ohnehin schon überlastete Außenseite des Hufes verlagert. Die Situation verschlechtert sich so sukzessive wobei sich über längere Zeitabstände nicht nur der Huf zusehends verschlechtert, sondern auch die knöchernen Strukturen sich dem asymmetrischen Huf anpassen. Des weiteren begünstigt die ungleiche Belastungssituation pathologische Veränderungen in den darüberliegenden Gelenksetagen wie z.B. Arthrose. 

Dienstag, 20 Dezember 2016 21:46

Barhufumstellung Warmblut

Geschrieben von Sophia Rehmann.

Schnabelnde Zehe, untergeschobene Trachten, gebrochene Huf-Fessel-Achse. Das nachfolgende Beispiel zeigt den rechten Vorderhuf eines zu diesem Zeitpunkt 7-jährigen Warmblüters.

Das Pferd kam ca. 3-4 Wochen vor der ersten huforthopädischen Bearbeitung zu seinen Besitzern. Durch den Stallwechsel (anderes Futter etc.) ist eine deutliche Stoffwechselfalte an den Hufen erkennbar.
Die Huf-Fessel-Achse war nach hinten unten gebrochen. Die Sehnen, Bänder und Gelenke waren überstreckt.

Freitag, 11 November 2016 17:25

Fehlbelasteter Warmbluthuf

Geschrieben von Isabel Mast.

Dieses Beispiel zeigt einen deutlich aus der Balance geratenen Vorderhuf. Die Hornkapsel zeigt ihre Fehlbelastung durch horizontal und vertikal verlaufende Falten und Demarkationslinien. In der Folge kam es zu Ausbrüchen und einem partiell unter Stress geratenem Kronsaum. Außerdem ist der Huf nicht mittig unter der Gliedmaße positioniert, was die Problematik zusätzlich verstärkt.

Mittwoch, 12 Oktober 2016 13:39

Zehenausrichtung Paint

Geschrieben von Alexandra Laudann.

Das Pferd ist ein Paint, auf den Bildern 16 Jahre alt. Es handelt sich um einen rechten Vorderhuf.

Zwischen den beiden Bildern liegen sechs Monate.

Das Pferd läuft schon seit einigen Jahren barhuf. Es hat zu Anfang der Behandlung eine lange Zehe und damit einhergehend einen brüchigen Tragrand. Die Trachten sind untergeschoben, wodurch die Seitenwände unphysiologisch nach vorne-außen verdrängt werden. Der Kronrand fällt durch die untergeschobenen Trachten im hinteren Bereich des Hufes zum Boden hin ab. Die Hauptlast trägt der hintere Teil des Hufes, die Zehe steht im Winkel nicht optimal zum Boden, daher werden Ausbrüche im Tragrand begünstigt.

Freitag, 12 August 2016 20:01

Multiple Hufdeformation

Geschrieben von Dagmar Staubach

Im folgenden Beispiel sehen Sie den Huf eines Friesen im Juni 2014. Das Pferd war jahrelang beschlagen und nicht reitbar, Diagnose Hufbeinabsenkung und Rotation. Die Risse reichten bis in den Kronrand und bluteten bei Belastung. Empfohlene Therapie: Spezialbeschlag mit Platte, um ein weiteres Auseinanderbrechen des Hufes zu verhindern.

Die Eisen wurden abgenommen und das Pferd wurde aufgrund der katastrophalen Hufsituation nur im Schritt geführt. Hufschuhe erleichterten die Umstellungsphase für das Pferd.

Montag, 25 Juli 2016 12:42

Englisches Vollblut

Geschrieben von Alexandra Laudann.

Das Pferd ist ein Englisches Vollblut, auf den Bildern 9 Jahre alt. Es handelt sich um einen rechten Hinterhuf

Zwischen diesen beiden Bildern liegen fünf Monate.

Das Pferd kommt auf dem ersten Bild direkt vom Eisen. Der vorangegangene Beschlagsintervall war 11 Wochen. Es zeigte auf diesem Bein eine leichte bis mittlere Lahmheit. Da die Zehe über den Zeitraum von einigen Monaten bereits lang geworden war, wurde für die Eisen vorne sehr stark beraspelt, was zu der optischen Krümmung geführt hat. Trotzdem leidet das Pferd unter einer deutlichen Hyperextension, der Kronrand ist stark nach hinten-oben weggedrängt und der Bandapparat im Bein ist im Ungleichgewicht. Dies bedeutet vor allem eine starke Belastung für die tiefe Beugesehne, für die Gelenke ab dem Fesselkopf bis zum Hufbein und für den Bereich der Hufrolle.

Donnerstag, 23 Juni 2016 00:19

Hornblesse


Geschrieben von Klaus Mast.

Das Saumhorn bildet einen fließenden Übergang vom felligen Anteil der Gliedmaße zum Wandhorn des Hufes und schützt gleichermaßen die darunterliegende Kronlederhaut. Bei einem physiologischen Huf verhält sich das Saumhorn meist unauffällig und bildet ein Band von ca. 1cm. Höhe entlang des Kronrandes.

Beim gezeigten Huf sieht man deutlich, dass das Wandhorn sehr unregelmäßig und in Falten zu Boden schiebt. Dieser Umstand führt dazu dass das Saumhorn anhaftet. Als Hornblesse bezeichnet man daher weißliches, aufgespleistes Saumhorn das von dem Wandhorn mitgetragen wird.

Auch wenn die Hornblesse selber keinen Schaden verursacht, so ist sie doch ein deutlicher Indikator für einen fehlbelasteten, unphysiologischen Huf der dringend Hilfe benötigt.

Das Bild des bearbeiteten Hufes entstand ca. 1 Jahr später.