Donnerstag, 13 Juli 2017 12:34

Fortgeschrittene Asymmetrie

Die Ausgangssituation des hier gezeigten Fallbeispiels zeigt einen linken Hinterhuf der seine Symmetrie vollständig verloren hat. Die innere Hufwand (im Bild links) ist erkennbar zu schräg zum Boden ausgerichtet und hat somit deutlich an Tragfähigkeit eingebüßt. Eine solchermaßen geformte Wand übt durch ihre Hebelwirkung einen dauerhaften Zug auf die dahinterliegenden Strukturen aus. Eine Analogie zum Mensch wäre ein Fingernagel, der dauerhaft nach oben gebogen werden würde.

Das Pferd versucht dieser unangenehmem Situation zu entgehen, indem es sein Gewicht noch deutlicher auf die ohnehin schon überlastete Außenseite des Hufes verlagert. Die Situation verschlechtert sich so sukzessive wobei sich über längere Zeitabstände nicht nur der Huf zusehends verschlechtert, sondern auch die knöchernen Strukturen sich dem asymmetrischen Huf anpassen. Des weiteren begünstigt die ungleiche Belastungssituation pathologische Veränderungen in den darüberliegenden Gelenksetagen wie z.B. Arthrose. 

Die nachher Bilder zeigen den Huf nach ca. 14 Monaten. Die Tragfähigkeit der inneren Hufwand wurde vollständig wiederhergestellt. Dies führte u.a zur Entlastung der äußeren Hufareale, was sich besonders am Hufballen ablesen lässt, der massiv deformiert und gequetscht war. Der Ballen ist nunmehr harmonisch und symmetrisch geformt. Auch für die Hufknorpel, die bei solch ausgesprochen ungünstigen Belastungsverhältnissen leicht zum Verknöchern neigen, geht mit der huforthopädischen Therapie eine deutliche Entlastung einher.

Behandelnde Huforthopädin: Dagmar Staubach

Gelesen 1412 mal Letzte Änderung am Sonntag, 23 Juli 2017 12:37